Weg und dann…

Lieber Herr X vom Ordnungsamt, Liebe Bürger,
ich nehme hier Bezug auf eine formlose Anordnung.

Danke für das schöne Foto und für die unbürokratische Kommunikationsmöglichkeit. Mit Hilfe Ihrer Kooperationsbereitschaft haben wir mit den Jugendlichen, während der → 72 Std.-Aktion viel Gutes geleistet. Vielen Dank auch noch einmal für die merkliche Steigerung der Platzpflege durch die Städtischen-Reinigungskräfte in diesen Tagen.
Die Impulse für eine sinnvolle Belebung des Landwehrplatzes, jenseits der Sauforgien und blinder Zerstörungswut waren, zumindest für diese Zeit sicht- und spürbar. Die Nächte von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag verliefen ungewöhnlich friedlich. Meine bisherigen Beobachtungen diesen Zeitraum betreffend, sind da bisher eher erschütternd hoffnungslos.
Ich führe diese temporäre Veränderung unter anderem auf unser gemeinsames Engagement zurück. Es ist uns für einen ausgedehnten Augenblick gelungen, → einen Ort zu schaffen, an dem sich sinnvolle Gespräche zu entfalten begannen und die Auseinandersetzung über gemeinsames Handeln angeregt werden konnte.

DSCF4009Vielleicht kann dieses Ergebnis nicht einmal als zarter Keimling im Sinne einer Kultur des weiterführenden Miteinander verstanden werden. Und die von Ihnen festgestellte Eigendynamik des Schiffes, nimmt sich gegen die laut kreischende Maschinerie der Konsumentenhypnose im öffentlichen Raum, zugegebenermassen fast lächerlich verschlafen aus. Nun ist es aber gerade auch deshalb, durchaus in unserem und ich behaupte auch von öffentlichem Interesse, diese ersten Gehversuche zu befördern. Eine aufmersamkeitsbildende Versuchsanordnung auf öffentlichen Plätzen ist unserer Meinung nach, durchaus von Nöten.

Da die Mittel wie überall erstmal knapp sind, ist einiges Improvisationstalent gefragt. Nicht jeder Versuch bringt gleich das gewünschte Endergebnis. Und bisweilen wirkt das ganze dann auch zwischenzeitlich unbeholfen oder ästhetisch nicht ganz ausgereift. Ich begrüße hier eine aktive Debatte, um das Sinnvolle zu präzisieren und kontraproduktives zu verwerfen. Wir sind sicherlich alle aufgerufen, nicht nur zu reden (oder zu lesen – oder ewig zu planen), sondern uns handelnd gegenseitig zu unterstützen. Verständlicher Weise ist großes Feingefühl gefragt, damit sich die verschiedenen Standpunkte zivilgesellschaftlich nicht gegenseitig behindern, sonder bereichern können. Einer lebenswerten Umgebung die von großer Achtsamkeit geprägt ist, können ja die Meisten zustimmen.
Dies zu erreichen ist jedoch erfahrungsgemäß kein Selbstläufer. Oft wirkt das Beharren auf den ursprünglich ausgearbeiteten Konzepten und Ideen – zur gestaltenden Begleitung des öffentlichen Miteinander – in seinen Folgen ja vollkommen gegenteilig. Ich bin also sehr froh über Ihren Gefahrenhinweis in Bezug auf den Geschmack des Außenstehenden und die Brandbegünstigung durch hölzerne Sitzgelegenheiten auf dem Landwehrplatz. Ästhetisches Empfinden zu beleidigen und eine Gefahr für Leib und Leben zu werden, kann niemals im Interesse unserer Arbeit liegen. Im Bezug auf das von Ihnen angesprochene Flair der Fussgängerzone in der wir uns bewegen, muss ich Ihnen jedoch vehement widersprechen. Hier sehe ich durchaus noch erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten. Ich kann der Erhaltung dieses Flairs als erstrebenswertem Ansatz – unter anderem aus oben genannten Gründen – nicht zustimmen.

Wir nehmen die Verantwortung für unser Wirken sehr ernst, daher haben wir die von ihnen beanstandeten Details noch gestern eigenhändig entfernt. Ich hoffe, dass es gelingen kann weitere Menschen zu motivieren, damit die kommenden Versuche in dieser Beziehung, durch gebündelte Potentiale, von solch positiver Ausstrahlung geprägt sein können, dass ihre Präsenz keiner Lebensqualität, und dem ersehnten Flair nicht im Wege steht.

Jede/r sei aufgerufen sich beim m-i-t-Lab zu melden, um einen Beitrag für die weitere Entwickelung zu leisten. Wir versuchen dann zusammen unsere Kräfte zu koordinieren, für FLAIR und für eine Kultur mit der wir weitermachen wollen!

Der Kapitän und Major Jones,

Boris Pietsch

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