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https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/afrika-im-fokus_aid-591195

Hier reiche ich einen Zeitungsartikel der Saarbrücker Zeitung vom 27. Mai 2013 nach, den ich bisher nicht verlinkt habe. Wohl, da wir nicht namentlich erwähnt wurden. Doch der junge Mann, von dem dort die Rede ist, war Mjr. Jones, der sich von der Bühne seines Achterdecks, mittels eines Verstärkers, in die Hauptbühnenschow einmischte, auf die wir auf der → Joyce/Medea, guten Ausblick hatten. Die Jungs und Mädels der →→→ Aktion 3. Welt Saar hatten wir an ihrem Stand kennengelernt und sie zu uns an Bord gebeten, wo diese Intervention, spontan gemeinsam geplant wurde.

Alles in Allem, war dieser Tag für uns sehr aufwühlend, da wir unseren Verbündeten und Mäzen Señor P. an diesem Tag verärgert haben, den wir als Experten auch eingeladen hatten. Er hat als Ingenieur in Afrika, hautnah erlebt, was die sogenannte Entwicklungshilfe dort anrichtet und was wir an Improvisationstalent von den Afrikanern alles lernen könnten, aber anscheinend nicht wollen. Die etwas sebstbeweihräuchernd überhebliche Veranstaltung des Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatte ihn so sehr aufgewühlt, das er nicht mehr in der Lage war zu verstehen, was wir da eigentlich zu tun versuchen und warum wir das so machen, wie wir es eben versuchten…

Hintergrund und Fotos:
→ Deutscher Entwicklungstag 2013
→ Zwischenbilanz
→ Dr. Gonzos Text „Entwickeln für Anfänger“

http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/Gebaeude-Pachtvertraege-Urwald;art2806,5324310

Zu dem aktuellen → Artikel in der Saarbrücker Zeitung erschien in der Printausgabe folgende „Meinung“ von Redakteur Martin Rolshausen:

Verrücktes probieren

Alles wird gut im Forsthaus? Eher nicht. Eine Übergangslösung für den Sommer? Es ist Sommer und nichts passiert. Über eine Nutzung jenseits der klassischen Gastronomie nachzudenken, könnte also lohnen. Ein Gespräch mit den „Weltverbesserern“ um Boris Pietsch könnte spannend sein. Ein paar „Verrückte“ im Forsthaus, die Wanderer mit einfachen Speisen und Getränken versorgen und sich nebenbei Gedanken über Mensch und Umwelt machen – klingt gut.

→ Urwaldgasthof

Was ist schwammig?

(Ein entscheidender Durchbruch im Rund-Schreiben)

 Liebe Freunde der Kunst,
der konzeptuelle Jonglageversuch mit solch zweifelhaften Worthülsen wie z.B. Nachhaltigkeit oder gar Erlebnisgastronomie, verspricht sich auf Dauer recht schwammig zu werden – auch wenn zwischen den Zeilen ein füllender Gedanke aufzublitzen sucht.

Klaus Behringer, Leiter des Verbands deutscher Schriftsteller Saar (übrigens auch so ein Verbund von Worthülsen), versuchte mir dies anhand einer Liste der verbotenen Worte sichtbar zu machen.
Nun, Schwämme pflegen einen recht trockenen Beigeschmack zu hinterlassen, solange sie nicht wieder satt gefüllt sind.

In sofern bitte ich vielmals um Entschuldigung und biete hier eine Menge Wasser zum Nachspülen.
Ich bin halt kein Künstler, sondern Schauspieler und dreidimensionaler Essayist.

Für alle die Durst haben:
Wasser-Quelle
(Wenn viele gleichzeitig auf die überarbeitete, momentane Version meines Essays über das Wasser zurückgreifen, die in dieser Quelle zu finden ist und der sich fließend weiterentwickelt – wenn also zu viele aus ihr schöpfen, pflegt die Downloadquelle zwischenzeitlich zu versiegen. In einem solchen Falle: Ruhe bewahren und einfach später noch einmal versuchen.)

Herzlichen Dank Klaus. Willkommen im Labor des Essayistischen Wirklichkeitstheaters. Auf der Suche nach einer „phantastischen Genauigkeit“. (Robert Musils Gegenentwurf zur pedantischen Genauigkeit)

Boris
RRM – reality renovation manager BIOSPHÄRENMODELLDORF

P.S.:

→ Post Skriptum

→ Was ist ein Schwamm? ( 1. Die Antwort )

Nachklang

trilogischer-Wirbel

Nachklang

Ein Versuch des Runden-Schreibens, der so nur in der Analogie von digitaler Spielerei und realer Begegnung, gemeinsam, durch interagierendes Schreiben, Sprechen und Handeln realisiert werden konnte.

Möge das Wasser mit uns sein und ich mit ihm. Möge der Anteil an real begegnendem Handeln mit unserer Eigenbeweglichkeit wachsen… Auf in eine neue Zukunft… Auf zum semipermeablen Schwamm.

„In der einfachsten Definition wird von einer semipermeablen Membran gesprochen, wenn die Membran das Lösungsmittel, aber nicht den gelösten Stoff durchlässt.“
Wikipedia

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auftauchen ↑

→ Zum BIOSPHÄRENMODELLDORF (die Diastrophe)

Das A und O ist Anfang und Ende. → α⊕ω :: Α⊕Ω

Eigenheim

Saarbrooklyns Flaschenpost ins Endliche, oder der süße Traum vom Eigenheim.

„You gotta fight for your right to party“, ließen die Beastie Boys zum letzten Drittel der 80er Jahre in die Welt schallen, und erschreckend viele glauben ihnen noch heute. Nein, für das Recht auf Party muss nicht gekämpft werden, das ist definitiv in der Mitte der Gesellschaft, konsumdröhnend fest verankert, dass uns schwindlig wird. Brot und Spiele sind die Grundlage des Systems, in welches wir uns als geschichtlicher Mensch stetig selbst versetzen.

Mitte ´87 war ich 16 und habe kräftig mitgegröhlt. No future war irgendwie vorbei. Der Punk zum x-ten male für nicht tot erklärt. Nenas Luftballons verschwanden gerade hinter Udos Horizont. 304 Marschflugkörper mit Atomsprengköpfen waren, trotz massiver Proteste (auch meiner), in Westeuropa einsatzbereit stationiert. Kohl wierdergewählt. Langsam sollte die Entspannung beginnen. Quasi eine Rückbesinnung auf die privaten Werte. Jeder ist ein Star. Jeder wird wiedervereinigt. Jeder soll Spass haben. Jeder hat das Recht zu rebellieren und innerlich zu wachsen. Und natürlich kommt alles Gute aus New York. (Bis zum 11. September – Und auch bei diesem Ereignis stellt die Band, die sich „No sleep till Brooklyn“ verordnet, ihre Party in den Dienst der guten Sache eines Benefizkonzerts.) Es macht fast den Anschein als ginge ihr BEASTIE Konzept auf: Boys Entering Anarchistic States Towards Internal Excellence.

Um ihre Reife zu erlangen, wird eben schon ´87 der Aufstand geprobt, auch wenn den tierischen Jungs nichts originelleres einfällt, als in ihrem MTV-ideo eine erbärmliche Stehparty familiär unterdrückter, dauergewellt zeitgeistiger Fashion-Victims, mit Sahnetorten zu attackieren. Wenn sie die Tür stürmen, wirken sie pubertär, erstaunlich heutig (was an den zeitgenössischen Fashion-Victims liegen wird), aber auch entzückend unsicher im Ausloten einer neuen Gestik. Das brave, weiße Mittelklasse-Muttersöhnchen will schwarz werden, noch bevor Jackson richtig weiß wurde. Alle scheinen sich aus ihrer eigenen Haut zu schälen, hinein in eine neue Freiheit. Aber wie soll die aussehen? Der Fernseher wird Zertrümmert. Die unschuldig aufgedonnerten Mädchen werden auf die Couch gelegt, um dort abwechselnd angesungen und abgeküsst zu werden. Gefickt wird hinter verschlossener Türe, in der ästhetischen Wildheit eines Dieter-Hallervorden-Sketches. Aus heutiger Sicht scheinen wir uns tief in der Provinz zu befinden, noch nicht in Brooklyn, diesem Elysium der ungeschminkten Realität  – hart aber echt -, in welchem der Nigger noch den existentiellen Kampf kämpft, der bei uns längst in der neuen Langeweile stecken geblieben ist. Alles ist Kult. Und seit auch Jeder und Jede sich dicke Bässe vor die Hütte stellen kann, wird fleißig solidarisch mitgekämpft. Auch auf dem Nauwieser-Viertel-Fest.

Wo ist die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen, die Adorno im Kantschen Sinne der Autonomie einfordert?

Wer sich in dem spießig entfesselten Budenzauber auf der Saarbrücker „Alternativmeile“ eingekeilt hat, wird sich dieser Frage nicht stellen, sondern möglichst schnell nach Betäubung streben und versuchen Spaß zu haben. Sich in diesem Kontext dem Erschaffen echter Freiräume zu widmen ist ebenso kühn, wie sinnfällig, da in dieser Betäubung sicherlich eine Keimzelle der eigenen Unfreiheit zu suchen ist. Auch wenn in solchen Räumen der Be-spaßung eine gewisse Leere vorherrscht, so sind sie doch quasi besetzte Räume, in denen uns eine Dumpfheit entgegenschallt, welche jene, aus stiller Begegnung geborene, reflexive Selbstbestimmung zunehmend verunmöglicht. Eine Räumung dieses permanenten Lärms aus unserer Lebenswirklichkeit ist bislang nicht in Sicht. Wie können wir uns also mit dem, um Autonomie kämpfenden Individuum solidarisch zeigen.

→ FINIT sucht nicht nur Raum, sondern auch Solidarität. Bisher mittels Leergut-Kisten, die im Viertel, an Verkehrsschilder gebunden, das Pfandsammeln erleichtern sollen. Jetzt mit einer Solidaraktion für eine in Bedrängnis geratene Kölner Gruppe und ihren Frei-Raum, der nun in Gefahr steht von seinen Befreiern befreit zu werden, um ebenso befreit von seiner Architektonischen Hülle, in einen freien Grünstreifen überführt zu werden. Offenbar sind wir von soviel Freiraum umgeben, dass es einer neuen Definition jenes Raumes bedarf, der uns schützend, als befreiender, wirklich zu umfangen vermag, und damit unserem erst zu entwickelnden Selbst offen stehen kann, statt uns im Ausleben unseres Wahnsinns zu bestätigen.

Die gemeinsame Versuchsanordnung von FINIT und dem MEMBRAN im TIGER LABOR, war in dieser Hinsicht äußerst lehrreich. Es wird sich zeigen wie diese Lehre, jener Leere entgegenzuwirken in der Lage ist. Während ich diesen Text nochmals durchschaue, erscheint jedenfalls ein Regenbogen vor meinem Fenster. Da es nirgends regnet, nehme ich dies als ein gutes Omen.

Boris

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Es ist ein ganz normaler Sonnabend in Deutschland, das heißt, es werden Buden aufgebaut, Fleischfetzen gegrillt, Kleinkinder getröstet, Sicherheitsbedenken geäußert. In welche Entwicklung sind wir da hineingeraten? Eine Messe für Initiativen und Projekte mit Bezug zur sogenannten dritten Welt, ist eben nicht anders. Es ist einer dieser Tage, an denen man morgens schon weiß, dass man es abends ganz nett gefunden haben wird, aber daran ist ja nichts schlimmes.

Unsere Bude steht hier schon seit geraumer Zeit auf festem Grund. Wir haben uns gefragt, ob man nicht noch mal was machen müsste, künstlerisch, logisch – aber auch ganzheitlich, experimentell, politisch, gesellschaftlich, einfach mal andere Fragen stellen, Experimente wagen, deren Gelingen man anfangs selber für ausgeschlossen hält, die aber dann mit einem Mal einen ganz unerwarteten Erfolg einbringen, einen neuen Gedanken und ein paar Meter, die man sich weiter in eine bestimmte Richtung bewegen kann. Jetzt ist hier Deutscher Entwicklungstag, und wir mittenmang dabei. Unsere Bude ist ein Schiff. Unser Schiff ist ein Labor. Unser Labor ist eine Kulisse. Unsere Kulisse ist öffentlich. Unsere Öffentlichkeit ist Kunst. Unsere Kunst ist Politik, und unsere Politik ist eine ganz persönliche Entwicklung.

Die Vorstellung, die dem Begriff Entwicklung zugrunde liegt, richtet sich auf ein Inneres, das bereits vorhanden ist, und sich durch das Abstreifen seiner Hülle endlich präsentiert, wie ein Schmetterling, der hässlich in einen Kokon gleichsam hinein- und wunderschön, seinem wahren Wesen gemäß, wieder hinauskriecht. (Das ist übrigens haargenau der Fetisch, der Buffalo Bill, den anderen Serienkiller in Das Schweigen der Lämmer antreibt, also den Typen, der am Ende von Jodie Foster erschossen wird).

Übertragen auf die sogenannte dritte Welt bedeutet das, dass wir davon ausgehen, dass all diese Länder ihr wahres Wesen noch verbergen, noch hässlich sind, dass sie im Grunde nicht ihrem Charakter, ihrer Bestimmung entsprechend leben. Das ist eine ziemlich krasse Unterstellung, aber deswegen muss sie noch nicht ganz falsch sein, denn wenn man die Leute einfach mal fragt, welchen Lebensstandard sie gerne hätten, dann werden sie antworten Möglichst hoch, und damit werden sie nichts Immaterielles meinen, sondern Mikrowellen und Playstations. Man kann sich elitär über diese Auswüchse der Zivilisation lustig machen, wird aber nicht um die Erkenntnis herumkommen, dass der Mensch offensichtlich auch ohne viel Werbung oder Waffengewalt zur Playstation neigt. Wir wollen sie einfach haben.

Da wir uns selber offenbar als nicht entwicklungsbedürftig begreifen, könnte man auf die Idee kommen, wir hätten bereits zu uns gefunden, knallbunte Flügel ausgebreitet und zum Flug über die Wiesen angesetzt, durch die wir uns zuvor noch als Raupen schleppen und fressen mussten. Eigentlich müsste demnach unser Entwicklungsansatz hinsichtlich anderer Länder darin bestehen, ihnen zu helfen, so zu werden wie wir, also mit Playstations, Videowall und Mikrowellen und Autos und so.

Aber so ist es ja nicht – komischerweise würden wir niemals einräumen, die Länder, die wir zu entwickeln trachten, nach unserem Ebenbild formen zu wollen -, denn eigentlich finden wir uns gar nicht so super, mit diesen ganzen Playstations, Videowalls und Mikrowellen und Autos und so; irgendwie wissen wir ja schon, dass das womöglich nicht so verträglich ist, eher schon Raubbau an Allem und Jedem, insbesondere an den Ländern, die wir unter Dritte Welt subsumieren. Also, so sollen die dann später nach Möglichkeit nicht werden, sondern irgendwie schon wie wir, also mit Menschenrechten und so, aber trotzdem dann besser. Und dringend ihren eigenen Weg finden, so als bestünde Hoffnung, dass dieser eigene Weg nichts mit Playstations zu tun hat, als hätten wir was anderes überhaupt zu verkaufen, also klar, Autos, aber darüber müssten wir noch mal reden, denn nicht, dass die dann ihr Öl selber verfeuern, das wäre irgendwie auch nicht nachhaltig.

Schon kompliziert, diese Entwicklungshilfe. Man braucht dafür ein eigenes Ministerium, denn das Wirtschaftsministerium hat natürlich keine hehren Ziele, sondern nur profane: Geld verdienen. Entwicklungshilfe dreht sich schon darum, die Welt besser zu machen, also, den gemeinen Afrikaner mental, wo schon nicht optisch, an Dirk Niebel anzunähern. Trotzdem finde ich es schon ehrlicher, einfach zu sagen, wir wollen miteinander Handel treiben, und nicht, wir wollen Euch erst mal zu Menschen machen.

Wir essen die Fleischfetzen, wir trösten Kleinkinder, wir finden die Taschen wieder, wir haben unsere Autoschlüssel dabei, wir denken daran, ausreichend Wasser zu trinken, wir erleben kein schlechtes Wetter, sondern passende Kleidung.

Aber andererseits: wenn man die Leute da unten fragen würde, wie es so aussieht, dann räumen sie freimütig ein: also ganz ehrlich, bei uns liegt schon vieles im Argen. Läuft Scheiße. Wird nichts. Also machen müsste man da vielleicht schon was. Wir bräuchten zum Beispiel viel mehr Playstations und Autos und….naja, der ganze Rest, der kommt dann schon noch, und das stimmt dann vielleicht oder vielleicht auch nicht, weiß ich ja auch nicht. Auf jeden Fall erst mal machen.

Aber alles deutsch anmalen? Straßen bauen, die ins Nichts führen? Brunnen bohren, die den Boden versalzen? Oder das mit diesen Krediten, aber dann bräuchte man ein funktionierendes Gerichtssystem, und dann müsste man wieder die Gesellschaft da unten ändern, gut, nicht, dass das schlimm wäre, wir lieben unsere Gesellschaft, kennen zumindest keine bessere, aber andererseits wollen wir ja nichts oktroyieren, außer das mit der Beschneidung, also das schon, und das ist ja dann auch mit Aufwand verbunden, Banken und Gerichte sind ganz schön kompliziert, kompliziert genug, vielleicht versuchen wir es dann doch noch mal mit so einem Brunnen, das kann ja nicht jedes Mal schief gehen, und eine Schule für Mädchen, die wir dann gleich adoptieren können…..aber gut, Sie merken schon, das ist alles gar nicht so leicht.

Neulich haben wir darüber geredet, das war schon mal gut fürs Bewusstsein. Trotzdem kann ich mir nicht helfen – ich glaube, ich entwickele mich erst einmal selber….

….ich fühle mich noch nicht so ganz als Schmetterling…….

aservatenpflichten
Dr. Gonzo

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Hintergrund und weitere Bilder:
→ Deutscher Entwicklungstag 2013
→ Zwischenbilanz
→ Presse

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Lieber Herr X vom Ordnungsamt, Liebe Bürger,
ich nehme hier Bezug auf eine formlose Anordnung.

Danke für das schöne Foto und für die unbürokratische Kommunikationsmöglichkeit. Mit Hilfe Ihrer Kooperationsbereitschaft haben wir mit den Jugendlichen, während der → 72 Std.-Aktion viel Gutes geleistet. Vielen Dank auch noch einmal für die merkliche Steigerung der Platzpflege durch die Städtischen-Reinigungskräfte in diesen Tagen.
Die Impulse für eine sinnvolle Belebung des Landwehrplatzes, jenseits der Sauforgien und blinder Zerstörungswut waren, zumindest für diese Zeit sicht- und spürbar. Die Nächte von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag verliefen ungewöhnlich friedlich. Meine bisherigen Beobachtungen diesen Zeitraum betreffend, sind da bisher eher erschütternd hoffnungslos.
Ich führe diese temporäre Veränderung unter anderem auf unser gemeinsames Engagement zurück. Es ist uns für einen ausgedehnten Augenblick gelungen, → einen Ort zu schaffen, an dem sich sinnvolle Gespräche zu entfalten begannen und die Auseinandersetzung über gemeinsames Handeln angeregt werden konnte.

DSCF4009Vielleicht kann dieses Ergebnis nicht einmal als zarter Keimling im Sinne einer Kultur des weiterführenden Miteinander verstanden werden. Und die von Ihnen festgestellte Eigendynamik des Schiffes, nimmt sich gegen die laut kreischende Maschinerie der Konsumentenhypnose im öffentlichen Raum, zugegebenermassen fast lächerlich verschlafen aus. Nun ist es aber gerade auch deshalb, durchaus in unserem und ich behaupte auch von öffentlichem Interesse, diese ersten Gehversuche zu befördern. Eine aufmersamkeitsbildende Versuchsanordnung auf öffentlichen Plätzen ist unserer Meinung nach, durchaus von Nöten.

Da die Mittel wie überall erstmal knapp sind, ist einiges Improvisationstalent gefragt. Nicht jeder Versuch bringt gleich das gewünschte Endergebnis. Und bisweilen wirkt das ganze dann auch zwischenzeitlich unbeholfen oder ästhetisch nicht ganz ausgereift. Ich begrüße hier eine aktive Debatte, um das Sinnvolle zu präzisieren und kontraproduktives zu verwerfen. Wir sind sicherlich alle aufgerufen, nicht nur zu reden (oder zu lesen – oder ewig zu planen), sondern uns handelnd gegenseitig zu unterstützen. Verständlicher Weise ist großes Feingefühl gefragt, damit sich die verschiedenen Standpunkte zivilgesellschaftlich nicht gegenseitig behindern, sonder bereichern können. Einer lebenswerten Umgebung die von großer Achtsamkeit geprägt ist, können ja die Meisten zustimmen.
Dies zu erreichen ist jedoch erfahrungsgemäß kein Selbstläufer. Oft wirkt das Beharren auf den ursprünglich ausgearbeiteten Konzepten und Ideen – zur gestaltenden Begleitung des öffentlichen Miteinander – in seinen Folgen ja vollkommen gegenteilig. Ich bin also sehr froh über Ihren Gefahrenhinweis in Bezug auf den Geschmack des Außenstehenden und die Brandbegünstigung durch hölzerne Sitzgelegenheiten auf dem Landwehrplatz. Ästhetisches Empfinden zu beleidigen und eine Gefahr für Leib und Leben zu werden, kann niemals im Interesse unserer Arbeit liegen. Im Bezug auf das von Ihnen angesprochene Flair der Fussgängerzone in der wir uns bewegen, muss ich Ihnen jedoch vehement widersprechen. Hier sehe ich durchaus noch erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten. Ich kann der Erhaltung dieses Flairs als erstrebenswertem Ansatz – unter anderem aus oben genannten Gründen – nicht zustimmen.

Wir nehmen die Verantwortung für unser Wirken sehr ernst, daher haben wir die von ihnen beanstandeten Details noch gestern eigenhändig entfernt. Ich hoffe, dass es gelingen kann weitere Menschen zu motivieren, damit die kommenden Versuche in dieser Beziehung, durch gebündelte Potentiale, von solch positiver Ausstrahlung geprägt sein können, dass ihre Präsenz keiner Lebensqualität, und dem ersehnten Flair nicht im Wege steht.

Jede/r sei aufgerufen sich beim m-i-t-Lab zu melden, um einen Beitrag für die weitere Entwickelung zu leisten. Wir versuchen dann zusammen unsere Kräfte zu koordinieren, für FLAIR und für eine Kultur mit der wir weitermachen wollen!

Der Kapitän und Major Jones,

Boris Pietsch

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Seit einiger Zeit befinden sich in den Wasserstrassen des Nauwieser Viertels (Saarbrücken), schwebende Getränkekisten. Und seit ein paar Tagen ist es auch bis zu mir, im eigenen Saftglas stürmenden, vorgedrungen welch geheimnisvolle Initiative dahinter steckt.
→ „FINIT – Der Traum ist Haus“
Irgendwie konnte ich Gemeinsamkeiten ausmachen, auch wenn man ja von Schiff aus erstmal misstrauisch ist. Jetzt hab ich aber einfach zur Flaschenpost gegriffen und mich um etwas Geist bemüht. Letztendlich geht es ja darum, Potentiale zusammenkommen zu lassen, damit sich eine Kraft entwickelt (da ist es schon wieder dieses Wort „Entwickelung„).
Da mir frei entfaltete Kraft, die sich aus menschlichem Handeln entwickelt, jedoch sehr viel Angst einjagt, habe ich versucht meinen Funkspruch ins Blaue hinein möglichst präzise zu formulieren. Hier das Ergebnis. (Sicher nicht sehr massenwirksam. Aber das waren wir noch nie. Und das ist vermutlich auch gut so.)

→ Ein erstes gemeinsames Experiment

Hallo liebe Finit´s,
unser Traum ist Spinnerei. Unsere Wirklichkeit ist Schiff. Read More

Kaltstart für ein neues Projekt

Unsere mythisch heldenhafte Suche nach dem deutschen Luxus begann erstmal so richtig gegenteilig.
Wir hatten uns aufgemacht, auf der i-mobility fündig zu werden, die Idee für unseren Wagentross auf leichtgängige Räder zu stellen, und anzuschieben.
Nicola und ich, im vollgepackten Fiorino auf dem Weg nach Stuttgart. Hinten, roter Teppich vom Schiff, Edel-Absperrung vom Camp, ein paar Drucksachen die echt Nerven gekostet haben, Bücher, Klamotten und unsere Zahnbürsten…

Kurz vor der Hügelkuppe hinter Karlsruhe, Stau. Ich mache den Motor aus, denke noch, hoffentlich braucht´s nicht wieder drei Anläufe bis die Karre anspringt. (Das macht unser alter Rosinante nämlich gerne mal.) Und dann, Totalausfall. Wir raus, um unsere Benzinkutsche auf den Pannenstreifen zu schieben. Der LKW-Fahrer in meinem Nacken glotzt mir mit hochrotem Kopf entgegen, als würde ich an seinen Gartenzaun pinkeln, und hämmert hektisch mit dem Zeigefinger auf sein Rolex-Imitat ein.

Natürlich fängt es jetzt auch noch richtig an, zu regnen. Read More